Die Geschichte von Kloster Seeon
Der eine Gebietskörperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in  München,hat die Ruine1986 erworben und mit einem Kostenaufwand von 30 Mio. Euro von Grund auf renoviert mit dem Ziel, dieses Kulturdenkmal vor dem Untergang zu retten und einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Mit dem Mitte 1993 eröffneten Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern ist Kloster Seeon wieder neu in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Jahrhundertealte geistige Traditionen können nun unter neuen Gesichtspunkten fortgesetzt werden. Und obwohl sich im „Kloster Seeon“ keine Mönchsgemeinschaft mehr befindet, dient die benediktinische Regel als Anhalt und zeitlose Leitlinie für den jetzigen Betrieb.Tagungsgäste, kulturell Interessierte und Touristen aus der ganzen Welt haben das Kleinod Seeon mittlerweile wieder entdeckt.
um 994 Gründung des Benediktinerklosters durch den Pfalzgrafen Aribo I. und Besetzung mit Mönchen aus St. Emmeram in Regensburg
11. Jh. Bedeutendes "Scriptorium"; Hauptauftraggeber war Kaiser Heinrich II., der Heilige, Stifter des Bistums Bamberg
11./12. Jh. Errichtung einer romanischen Basilika (erhalten aus dieser Zeit die Kirchtürme, die Vorhalle mit Portal von 1080 und die Grundmauern des Langhauses), Weihe gegen 1200
1247 Die Wittelsbacher übernehmen die Vogtei, d.h. die Vertretung des Klosters in Rechtssachen
1428-1433ff Spätgotischer Umbau der Klosterkirche und Neubau des Konventgebäudes um den Kreuzhof durch die Baumeister Konrad und Oswald Pürkel aus Burghausen
1561 Am 18. April vernichtet ein Brand große Teile des Klosters. Erhalten blieben - wie durch ein Wunder - die Kirche, die Abtkapelle St. Nikolaus, die "Siechstuben" (Krankenbau), "etliche gewölb und zwei kleine Gemächer"
ab 1634 Unter Abt Honorat Kolb umfangreiche Um- und Erweiterungsbauten.
1655-1657 Neubau und Bezug des Ostflügels als Dormitorium (Schlafhaus) oder Zellentrakt
ab 1665ff Fertigstellung der neuen Klosterbauten (Südflügel 1670 vollendet)
1695 Neubau des Maierhofes
17./18. Jh. Der Konvent widmet sich der Musik, Literatur und Wissenschaft. W. A. Mozart komponiert für Kloster Seeon
um 1757 Aufsetzung eines 2. Obergeschosses und Neugestaltung der Obergeschossräume in der alten Prälatur: Rokoko Stukkaturen im nordwestlichen Ecksaal des 2. Obergeschosses; Ausstattung der Prälatenkapelle St. Nikolaus im 1. Obergeschoss (nach Osten) mit Stukkaturen von Johann Michael Feichtmayr und Fresken von Joseph Hartmann
1803 Säkularisation, Aufhebung des Klosters
1804 Verkauf des gesamten Klosterkomplexes mit allen zugehörigen Feld- und Holzgründen an den Münchner Bäckermeister Franz Xaver Distler mit Ausnahme der Kirche mit Sakristei, Kapitelsaal, Schatzkammer, Mönchschor, Kreuzgang und Kreuzhof. Distler richtet sich mit seiner Familie als Bierbrauer ein
1815-1852 Klostergebäude im Besitz des Georg Reichenwallner, der ab 1816 ein Heilbad einrichtet
1852 Verkauf des Klosterkomplexes an Doña Amalia, einer Tochter aus der Ehe der bayerischen Königstochter Auguste Amalia mit Eugene Beauharnais, Stiefsohn des Kaisers Napoleon I.
1873 Besitzübertragung durch Erbschaft auf die Königinmutter Josephine von Schweden und Norwegen, die den Klosterkomplex im gleichen Jahr an Nicolaus Herzog von Leuchtenberg, Fürst Romanowsky verkauft
1891 Die Söhne Nicolaus und Georg Nicolaewich, Herzöge von Leuchtenberg, erben den Besitz
1914 Klosterkomplex im alleinigen Besitz von Georg Herzog von Leuchtenberg
1934 Zwangsversteigerung und Verkauf an die Schlossbrauerei Wiskott, Stein an der Traun, die die Klosteranlage an die Reichsregierung zur Einrichtung einer SA-Schule verpachtet. Bis 1945 auch Nutzung für den Reichsarbeitsdienst
1945/46 Einrichtung als Nachkriegslazarett
1946/47 Nutzung als Flüchtlingslager
1953 Verkauf der ehemaligen Klostergebäude durch die Schlossbrauerei Stein an das Ehepaar Walter und Josephine Hirschfeld, die dort eine Möbelfabrikation einrichten und Gebäudeteile an die Bayerische Staatsregierung verpachten
1958-1963 Nutzung durch den Bundesgrenzschutz
1963-1978 Nutzung durch die Bayerische Bereitschaftspolizei
1978 Kauf der Anlage durch die Erzdiözese München-Freising
1986 Verkauf an den Bezirk Oberbayern
1989 Beginn der Restaurierungs- und Umbauarbeiten
1993 Inbetriebnahme als Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern