Salzburg_Seeon

Auf Mozarts Spuren im Chiemgau

Mehr als 250 Jahre nach dessen Geburt sind die Werke von Wolfgang Amadeus Mozart immer noch hochaktuell. Das liegt auch daran, dass Familie und Freunde des einstigen Wunderkindes zahlreiche Briefe hinterließen, die sein Werden und Wirken genau dokumentieren. Diese beschreiben unter andrem die Reisen Mozarts in den Chiemgau. Dort verbrachte er auch Zeit im Benediktinerkloster Seeon. Und obwohl das Kloster heute Hotel und Kulturstätte ist – wer etwas genauer hinschaut, kann hier und da noch vereinzelt die Spuren des Komponisten erkennen.

Heutzutage lässt er sich bequem bereisen, der 450 km lange „Mozart-Radweg” zwischen Salzburg und dem Chiemgau – vor allem wenn man ein E-Bike hat. Zu Mozarts Zeiten allerdings war es bei Weitem nicht so: Eine unbequeme Fahrt im stickigen Kutschenwagen auf steinernen Wegen, die dem späteren Künstler schon als dreijährigem Wunderknaben zugemutet wurde. So strapaziös das gewesen sein muss, heute können wir sagen: „glücklicherweise”. Denn durch die vielen Reisen sind das Werk Mozart und die Region untrennbar miteinander verflochten.

Dem Kloster Seeon stattete Mozart gleich mehrere Besuche ab, und auch wenn im Kloster heute keine Benediktinermönche mehr wohnen, sondern sich Hotelgäste einmieten können, wird an das Erbe des Komponisten hier noch regelmäßig erinnert.

Mozart, geboren 1756 in Salzburg, zeigte früh ein außergewöhnliches Talent zum musizieren. Mit fünf Jahren schrieb er bereits seine ersten Stücke und sein Vater Leopold zögerte nicht, das Talent seines Sohnes zu fördern. Mit gerade einmal sechs Jahren begab sich Mozart auf seine erste Konzertreise, viele weitere sollten folgen. Diese dauerten, für die damalige Zeit üblich, gerne auch mehrere Jahre. Anfangs präsentierte sich der kleine Wolfgang Amadeus als hervorragender Geige- und Klavierspieler. Sein offenes, freundliches Wesen trug sein übriges dazu bei und so war – würde man heute sagen – ein Star geboren.

Mozart und das Kloster Seeon

Schon in früher Kindheit war Wolfgang Amadeus Mozart Gast im ehemaligen Benediktinerkloster Seeon. Sein Vater schickte ihn damals mit Freunden auf die Reise. Umgekehrt gab es eine enge Verbindung zwischen dem Seeoner Kloster und dem Erzbistum Salzburg, so dass Mozart auch in seiner Heimat mit Seeoner Patres bekannt gemacht wurde. Mozarts besondere Beziehung zum Kloster Seeon zeigt sich auch dadurch, dass er zwei Offertorien, Teilstücke der Messe, für das Kloster schrieb. Eines davon soll direkt bei einem seiner Besuche im Kloster entstanden sein. Die Orgel, auf der Mozart spielte, heute bekannt als die Mozart-Orgel, wird nach wie vor in der ehemaligen Benediktinerabteikirche St. Lambert in Seeon bespielt.

Zu Ehren des Komponisten findet einmal im Jahr ein besonderes Highlight statt: Die Mozartwoche im Hotel Kloster Seeon. In dieser können nicht nur zahlreiche hochkarätige Konzerte besucht werden, die Woche bietet zudem diverse musikalische Ausflüge auf den Spuren Mozarts. So werden zur Mozartwoche beispielsweise Konzerte mit Instrumenten aus der Zeit des ausgehenden 18. Jahrhunderts, wie Violine und Violoncello mit klassischen Streichbögen auf Darmsaiten gespielt. Machbar ist dieses Programm, weil – ungewöhnlich für Künstler dieser Zeit – einiges überliefert ist. Auch deshalb ist der Künstler Wolfgang Amadeus Mozart greifbarer als andere Musiker seiner Zeit.

In der gut sortierten Buchhandlung des Klosters finden Interessierte weitere Informationen.