Der Tisch ist ein  Floß, © Andreas Kuhnlein
Der Tisch ist ein Floß 2, © Andreas Kuhnlein

Der Tisch ist ein Floß

Eine Geschichte in Skulpturen von Andreas Kuhnlein

1993 bis 2018 – das Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon wird heuer 25 Jahre alt. Grund genug, den Geburtstag mit einem treuen Weggefährten zu feiern, und das möglichst lange. Deshalb zeigt es den ganzen Sommer über, von 28. April bis 21. Oktober, drinnen und draußen, das neue Ausstellungsprojekt „Der Tisch ist ein Floß – eine Geschichte in Skulpuren“ des Weggefährten Andreas Kuhnlein (täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, Eintritt frei).

„Der Tisch ist ein Floß“ ist eine Ausstellung, in der die hölzernen Objekte einzeln für sich wirken, gleichwohl aber auch eine erzählende Einheit bilden. Ohnehin beginnt alles ganz einfach: Am Anfang steht ein Tisch. Hier geht das Wort hin und her – es entsteht Gemeinschaft. Eine Gruppe von Menschen geht auf den Tisch zu. Werden sie dort Platz finden? Einer wirft einen Tisch um, einmal wird er zum Floß, zuletzt stellt ihn ein anderer wieder auf. Das Lebensthema des Bildhauers Andreas Kuhnlein spiegelt sich in diesen Ambivalenzen menschlicher Existenz: Gefährdung und Geborgenheit, Verletzung und Rettung. Inwieweit Besucher am ersten Tisch das Letzte Abendmahl erspüren wollen, das eine Heilsgeschichte verspricht, im Floß dasjenige des Odysseus, und im Aufstellen des Tisches das endlose Werk eines Sisyphos, sei jedem anheimgestellt – wie auch immer: Selbst ein Heilsversprechen schützt nicht vor Irrfahrten. Der feste Tisch ist zum schwimmenden Floß geworden. Jeder Besucher ist eingeladen, mit seiner eigenen Biographie an diesen Tischen Platz zu nehmen.

Ergänzend zur Ausstellung wird – ebenfalls bei freiem Eintritt – ein Rahmenprogramm mit Musikveranstaltungen, Künstlergesprächen und Kunstaktionen angeboten. So erzählen am Freitag, 8. Juni, 18.30 Uhr, die Musiker Monika Drasch und Friedrich Custodio Spieser sowie der Schriftsteller Gerd Holzheimer „Mit da Zither am Tisch – von Tischen und Flößen“. Am Sonntag, 22. Juli, 15 Uhr, ziehen Andreas Kuhnlein und der Lebenshilfe-Projektchor „Insieme“ mit Musik von Tisch zu Tisch. Wer mag, darf mitgehen – und für alle, die mehr wissen möchten gibt es am 9. Juni und am 11. August, jeweils um 14 Uhr, ein Künstlergespräch, das von der Kunsthistorikerin Hedwig Amann moderiert wird. Das Rahmenprogramm endet schließlich am 8. und 9. September mit Vorstellungen (für Klein und Groß) des Pantomimen und Performancekünstlers Benedikt Anzeneder.