Aribo und Adala

Ein kurzer Streifzug durch die Jahrhunderte ...

Seeons Geschichte auf einen Blick

994: Gründung des Klosters. Stifter sind Pfalzgraf Aribo I. und seine Gemahlin Adala.

999: Erste urkundliche Erwähnung des Klosters anlässlich der Bestätigung von Privilegien durch Kaiser Otto III. und Papst Silvester II. Die Abtei ist nun reichs- und romunmittelbar.

11. Jh.: Angesehene ottonisch-frühsalische Schreibschule in Seeon. Wohl nach 1035 auch Gründung eines Benediktinerinnenklosters um St. Walburg.

Spätes 12. Jh.: Neubau einer dreischiffigen romanischen (im Kern heute noch erhaltenen) Säulenbasilika.

1201: Das Kloster verliert seine Reichsunmittelbarkeit, da es von Stauferkönig Philipp an den Erzbischof von Salzburg verschenkt wird.

1425–1433: Gotisierung von Kloster und Kirche

1561: Ein Brand vernichtet einen Großteil des Klosters, verschont bleiben Kirche, Abtskapelle und Hospital. Wiederaufbau, beide Kirchtürme erhalten Zwiebelkuppeln, die Kirchenschiffe Malereien.

1634–1670: Teilbarockisierung der Kirche, Neubau diverser Gebäudeteile, darunter im Westen die Neue Abtei (Festsaaltrakt einschließlich Lambertisaal und Fürstenzimmer). Weitgehender Neubau der Trakte um den Innenhof.

1755–1758: Aufstockung der Alten Abtei um ein zweites Obergeschoss.

1761–1780: Wiederholte Kontakte des Klosters mit Wolfgang Amadeus Mozart, der auch mehrmals in Seeon weilt.

1803: Aufhebung des Benediktinerklosters im Zuge der Säkularisation

1804: Verkauf eines Großteils des Klosterkomplexes an den Münchner Bäckermeister Franz Xaver Distler, der die Klosterbrauerei in Eigenregie fortführt

1816: Distlers Schwiegersohn Georg Reichenwallner eröffnet in den ehemaligen Klostergebäuden ein  Kurbad; Aufschüttung eines Dammes zum Festland.

1852: Verkauf von „Bad Seeon“ an Dona Amélie (1812–1873), die in Lissabon residierende Witwe Kaiser Pedros I. von Brasilien.

1873: Fürst Nikolaus Romanowskij, 4. Herzog von Leuchtenberg, mit der Zarenfamilie Romanow verwandt, erwirbt die Gebäude als Wohnsitz. Nach seinem Tod lassen die beiden Söhne den Seeoner Baukomplex 1892 zum Schloss umgestalten.

1934: Ersteigerung von Schloss Seeon durch den Großindustriellen Dr. Max Wiskott. Er vermietet die Anlage an die NSDAP zur Einrichtung einer SA-Schule; zugleich Teilnutzung durch den Reichsarbeitsdienst.

Ab 1945: Nachkriegslazarett, dann Flüchtlingslager („Sudetenheimstätte“).

1953–1958: Verkauf Seeons durch die Familie Wiskott, anschließend Nutzung als Hotel mit Gaststättenbetrieb und als Polstermöbelfabrik mit ca. 100 Beschäftigten.

1958–1978: Schule des Bundesgrenzschutzes, dann Kaserne der Bayerischen Bereitschaftspolizei; diverse Um- und Anbauten

1978: Erwerb der Anlage durch die Erzdiözese München und Freising, um die Übereignung an eine Sekte zu verhindern.

1986: Verkauf an den Bezirk Oberbayern.

1989: Beginn der umfangreichen Sanierung, Restaurierung und Modernisierung.

1993: Eröffnung des „Kultur- und Bildungszentrums des Bezirks Oberbayern“ mit Tagungshotel.

1994: Mit der Ausstellung „Schreibkunst – Mittelalterliche Buchmalerei aus dem Kloster Seeon“ Beginn einer weitgesteckten Ausstellungstätigkeit.

(aus: Seeons Geschichte auf einen Blick aus "Kloster Seeon" von Lothar Altmann, Kunstverlag Josef Fink, 2010; Diesen kleinen Kunstführer gibt es für 7,80 € im Klosterladen)

... oder persönlich bei einer Führung