Führungen im Freien

Kloster Seeon ist uralt und gleichzeitig erfrischend jung. Vor allem draußen gibt es viele Dinge zum Staunen. Lassen Sie sich von den speziellen Open-Air-Themen überraschen. Bitte beachten: Jedes Thema ist eine eigene Führung.

Information und Buchung bei Hedwig Amann, Kunsthistorikerin M.A., hedwig.amann@kloster-seeon.de, Tel: 08624/897 424 oder kultur@kloster-seeon.de. Die Durchführung erfolgt unter Einhaltung der aktuell erforderlichen Schutz- und Hygienemaßnahmen.

Von Benedikt bis zum Bezirk

Das ehemalige Benediktinerkloster Seeon wurde im Jahre 994 gegründet, heutiger Eigentümer ist der Bezirk Oberbayern. In den historischen Gebäuden sind heute Tagungshotel, Kulturzentrum und Gastronomie untergebracht. Zudem hat die religiöse Vergangenheit der Insel hier noch immer ihren Platz, da die ehemalige Klosterkirche zur Pfarrkirche St. Lambert in Seeon wurde.
Über viele Jahrhunderte begannen die Mönche in Seeon ihr Tagwerk mit der Lesung aus der Regel des Heiligen Benedikt, die ihr Zusammenleben ordnete. Führungskultur, Teamgeist und maßvolle Lebensführung werden darin formuliert. Am Beginn der Führung wird daher das jeweilige Tageskapitel aus der Regel des Hl. Benedikt das geistige Geleit geben. Der weitere Weg führt um die Klostergebäude mit Erläuterungen der ehemaligen und jetzigen Nutzungen. Abschluss der Wanderung durch die Zeiten ist der Besuch der ehemaligen Abtskapelle St. Nikolaus.

Hirschgeweih und Krautkopf: Adeliges Leben im Schloss Seeon

Als Amelie von Leuchtenberg, Kaiserinwitwe von Brasilien, Herzogin von Braganza 1852 das Mineralbad Seeon erwarb, ahnte sie nicht, dass dieser Ort den Nachkommen ihres Bruders, der bayerisch-russischen Adelsfamilie Leuchtenberg-Romanov, ein wahres Zuhause werden sollte: Zunächst als Sommer- und Jagdschloss immer wieder gern besucht, wurde es nach dem Ersten Weltkrieg und der Revolution in Russland das Refugium der Familie, ihrer Verwandten und Freunde.
Die Führungsrunde erläutert die Geschichte der Familie Leuchtenberg und illustriert das adelige Leben im ehemaligen Kloster bis zum Tod von Herzogin Olga 1953. Die großen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts sind am Leben dieser Frau ablesbar: Als Prinzessin Repnin in großem Reichtum in St. Petersburg aufgewachsen, erlebt sie den gewaltsamen Zusammenbruch Europas 1918/19, betrauert Tod und Verlust von Söhnen und Ehemann, sieht ihre Kinder in die Neue Welt auswandern und bessert ihre bescheidenen Lebensverhältnisse im Alter mit dem Anbau von Gemüse im Seeoner Garten auf.

Herkules geht baden: Moderne Kunst auf der Halbinsel

Seit der Bezirk Oberbayern Kloster Seeon wieder mit kulturellem Leben füllt, werden Kunstwerke auf der Halbinsel präsentiert. Dieser einzigartige Skulpturenpark versammelt Werke, die teils explizit für diesen traditionsreichen Ort geschaffen wurden, oder nach Ausstellungen hier verblieben. Inspirationsquellen waren die Natur, die Historie und die Urthemen der Menschheit wie Religion, Leben, Tod und Hierarchie.
Gemeinsam tauchen wir in die Biografien der Künstler, die aus der Region stammen, und in die Bedeutung ihrer Werke ein. So unternehmen wir nicht nur einen Spaziergang durch den Park auf der Halbinsel, sondern auch eine Wanderung durch die Kunstströmungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.