Am 12. April 1779 wurde der Abt des Klosters Seeon, Augustin Sedlmayr, zur Ader gelassen. Nicht etwa, weil er krank war, sondern weil er und sein ganzer Konvent regelmäßig zur Vorbeugung von Krankheiten, meist einmal pro Monat, einen Aderlass an sich vornehmen ließen. Um den Blutverlust aus zugleichen, wurde an den Aderlass-Tagen oft Wein (aus dem klostereigenen Anbau in Tirol) zum Mittagessen gereicht.
Diese Information gewinnen wir aus einem Tagebuch, das der Prior des Klosters geführt hat. Das Tagebuch befindet sich zusammen mit den anderen Archivalien der ehemaligen Benediktinerabtei Seeon (994–1803), das heißt den Urkunden, Amtsbüchern, Akten, Korrespondenzen und Rechnungen, im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München, wo sie in den vergangenen Jahren neu geordnet und verzeichnet wurden.
Archivrat Dr. Georg Kolb war an der Neuordnung maßgeblich beteiligt und stellt in seinem Vortrag anhand ausgewählter Archivalien Geschichten aus und rund um das Kloster Seeon dar.
Eintritt frei!
Um vorherige Anmeldung per E-Mail wird gebeten an: kultur@kloster-seeon.de
Einlass ab 16:30 Uhr, Beginn 17 Uhr



